Über 100.000 Dollar für ein Katzenbild! Ende 2017 schlagen CryptoKitties ein wie eine Bombe – ein Rückblick.

Der Dezember 2017 war eine spektakuläre Zeit für die Blockchain-Enthusiasten: Fast alle Kryptowährungen erreichten ihr Allzeithoch und eine dezentralisierte Applikation machte sich auf, ein neues Genre zu begründen:

CryptoKitties wurden im November 2017 veröffentlicht. Diese Tatsache blieb von der Weltöffentlichkeit zunächst unbemerkt. Die ersten Spieler waren Tech-Insider z.B. aus dem Silicon Valley. Doch die Kunde des neuen Blockchain-Collectibles, welches gleichzeitig ein Spiel war, verbreitete sich schnell.
Am 01. und am 02.12.17 gingen CryptoKitties endgültig viral und die Spielerzahlen explodierten. Die CryptoKitties-Manie erreichte ihren Höhepunkt am 7. Dezember. An diesem Tag wurde CryptoKitty Nr. 18 für 253,34 Ether verkauft (zum Zeitpunkt des Handels waren dies umgerechnet 110.000 US Dollar).

Über 100.000 Spieler setzten Millionen von Dollar um, um möglichst seltene, digitale Katzen zu züchten und zu sammeln. Über den CryptoKitties-Hype berichteten zahlreiche große Mainstream-Medien, wie Die Zeit, CBS und die BBC.

Als historischer Schritt zur Massenadaption der Blockchain-Technologie ist das CryptoKitties-Phänomen seither wiederkehrendes Thema in der Blockchain-Community und auf Krypto-Blogs wie ICO.li (“Wie CryptoKitties für eine kurze Zeit die Welt eroberten”)…

CryptoKitties war ein Wahnsinn, der die tech-interessierte Internet-Community durcheinander wirbelte

Eine Cryptokitty wird als String auf der Blockchain dargestellt. Von der Cryptokitties-Website wird dieser interpretiert und erzeugt das Bild einer Katze. Das Aussehen und die Besitzverhältnisse aller CryptoKitties werden auf der Ethereum-Blockchain unverfälschlich fest gehalten. Teile der Zeichenkette bestimmen, über welche Eigenschaften jede Katze verfügt: Es geht um jedes Detail des Aussehens: Der Pelz, die Farbe, die Augen, der Schwanz… Die Zucht von Cryptokitties ist ähnlich wie die Zucht von Katzen im analogen Leben: Der Nachwuchs bekommt von seinen Eltern eine Mischung von Genen mit, aber es gibt keine Garantie dafür, dass bestimmte Eigenschaften auch tatsächlich vererbt werden.
Die Attribute der Katzen bestimmen ihren Wert, da diese unterschiedlich stark nachgefragt sind.

Der Erfolg von CryptoKitties kam für die Entwickler zwar überraschend, entbehrt aber nicht einer gewissen Folgerichtigkeit: Katzenvideos gehören zu den beliebtesten auf Youtube und die Vierbeiner haben bei der Massenadaption des Internets geholfen.
CryptoKitties bot einen interessanten Mix aus eben diesen Katzen, einer neuen, spannenden Technologie und der Möglichkeit mit Spekulationen und Geschick sehr viel Geld zu verdienen.
Dies führte dazu, dass ein lupenreiner Hype ausgelöst wurde – die Leute waren ganz verrückt nach den digitalen Stubentigern.

 

Die große Ethereum-Blockchain bekommt Probleme

Anfang Dezember war das Crypto-Game so beliebt, dass es die Ethereum-Blockchain, auf der alle Transaktionen verifiziert wurden, ins Wanken brachte:

Es spielten so viele Leute, dass das Netzwerk nicht mehr Schritt halten konnte. CryptoKitties machten, auf ihrem Höhepunkt, 25% des Traffics auf der Ethereum-Blockchain aus.
Die Anzahl der ausstehenden Transaktionen vervielfachte sich, ebenso wie die Kosten und die Dauer derselben.

Sagenhafte Umsätze mit Bildern von Katzen

Durch die hohe Nachfrage nach seltenen Katzen erhöhten sich auch schnell die Durchschnittspreise: War eine Kitty am 01.12. im Schnitt 0,05 Ether teuer (zum damaligen Zeitpunkt etwa 15 Euro), musste man nur vier Tage später das achtfache für eine Durchschnittskatze bezahlen (0,4 Ether). Extrem hoch wurden die Gründerkatzen mit neuen, zunächst einzigartigen Attributen gehandelt.

Zu ihnen gehört die legendäre CryptoKitty Nr. 18: Sie war die erste mit einem Jaguar-Muster auf dem flauschigen Pelz.
Dieser Fakt war einem Züchter über 110.000 US Dollar – ein Rekordwert.
Knapp 100.000 Euro für eine Zeichenfolge auf der Blockchain, die im Internet in ein Katzenbild umgewandelt wird!
Etwa zehn Tage nachdem CryptoKitties in die Hype-Phase eintraten, war diese am 11.12.17 wieder weitgehend beendet.
Die Preise sanken schnell und wer seine teuren Katzen nicht rechtzeitig zu einem guten Preis verkaufen konnte, musste oft einen kompletten Wertverfall konstatieren.

CryptoKitties heute

Im März 2019 zieht CryptoKitties nur noch täglich etwa 500 Spieler in den Bann – auf dem Höhepunkt der CryptoKitty-Mania waren es 100 mal so viele. Insgesamt dürften sich noch ca. 5000 Katzenzüchter regelmäßig mit dem Crypto-Game beschäftigen.
In diesem Kreis der treuen Sammler, werden nach wie vor Liebhaberpreise von mehreren hundert Euro für sehr seltene Katzen bezahlt.
Getragen wird der Markt heute, in erster Linei von der Vorstellung, dass CryptoKitties durch eine zukünftige Mainstream-Adaption der gesamten Blockchain-Technologie profitieren könnte. Wenn Crypto-Collectibles in den nächsten Jahren eine weite Verbreitung erfahren sollten, dürfte die historische Bedeutung der CryptoKitties erneut für Sammler-Interesse sorgen.

Die Jaguar-CryptoKitty Nr.18 hat, seit dem Rekorderlös, übrigens, nicht mehr den Besitzer gewechselt und bleibt für ihren Käufer das historische Highlight einer Sammlung von digitalen Katzenbildern…

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Artikel und News zu CryptoKitties

 

Quellen: Zahlen sind von KittySales – einer Website, die den Smart-Contract von CryptoKitties ausliest.

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